Oxalsäure-behandlung, Winterbehandlung Bienen

Oxalsäurebehandlung. Die Winterbehandlung und ihre Tücken beim falschen Wetter.

Draussen scheint die Sonne und es sind 12 Grad. Und dass zum Weihnachtsfest. Der ganze Dezember hat mich von den Temperaturen in staunen versetzt. Das betrifft meine Bienen und die Pflanzen im Garten.

Die Bienen fliegen als wäre es mitten im Frühling und die Knospen der Weiden sind teilweise schon aufgegangen.

Oxalsäurebehandlung trotz warmen WetterOxalsäurebehandlung, Oxalsäure Winterbehandlung

Noch am 20. Dezember habe ich die Bienen Pollen eintragen sehen. Das Eintragen von Pollen ist ja ein Zeichen davon, dass die Bienen brüten und die Brut versorgen wollen. Da grübelte ich schon ob die Winterbehandlung mit Oxalsäure stattfinden könnte.

Im November hatten wir den ersten Frost der uns ein Zeichen für die brutfreie Zeit gibt. Kurz vor Weihnachten habe ich dann die Völker auf Brut kontrolliert. Die Oxalsäure hatte ich noch nicht angemischt, da ich schon fest mit Bienenbrut gerechnet habe. Zu meiner Freude fand ich jedoch in den Kontrollierten Völkern kein Brutnest.

Und das ist das Ausschlag gebende. Denn die Oxalsäurebehandlung wirkt nicht in die Brut. Weshalb sie dann nicht angewendet werden sollte. Das warme Wetter kann die Bienen schnell zum brüten veranlassen. Kommt es dazu, dann sollten wir auf eine Behandlung der Bienen mit Milchsäure umsteigen. Die optimale Wirksamkeit der Milchsäurebehandlung ist zudem auch bei Temperaturen bis 10°C vorhanden. Die Oxalsäure wirkt am besten von 3 – 5 °C.

Oxalsäure Komponenten

Oxalsäure muss vor der Behandlung angemischt werden. Die Lösung ist in einem Wasserbad vorzuwärmen.

Wenn die Temperatur noch über 15 °C steigt, dann kann man ja schon fast über die Schwammtuchmethode mit Ameisensäure nachdenken. Dann ist auch für eine Wirksamkeit in die Brut gesorgt.

Worauf bei der Varroabeandlung mit Oxalsäure zu achten ist

Die Behandlung mit Oxalsäure benötigt etwas Vorbereitung. Denn die Lösung ist im Wasserbad zu erwärmen, damit sich die Bienen nicht damit verkühlen und damit sich die Kristalle gut lösen. Da es ätzend und giftig ist, benötigen wir etwas Schutzausrüstung wie eine Schutzbrille und Gummihandschuhe.

Da die Lösung nicht gelagert werden kann, müssen wir vorher berechnen wie viel wir benötigen. Zum Berechnen müssen wir die Volksstärke kennen. Das heißt wie viele Wabengassen sind besetzt. Die Formel :  5 – 6 ml * besetzte Wabengasse. ggf. müssen wir die Bienenvölker dafür vorher kontrollieren.

  • oberstes Gebot ist die Brutfreiheit
  • Schutzausrüstung (Brille und Gummihandschuhe) bereitlegen
  • Wasser erhitzen und Gefäß für Wasserbad vorbereiten.
  • Wer es genau nimmt hat ein Thermometer parat um die Temperatur der Lösung zu messen
  • Die Außentemperatur sollte über 3 Grad sein
  • Die Menge der anzumischenden Oxalsäure sollte berechnet werden
  • Es darf bei der Arbeit mit der Säure nichts gegessen oder getrunken werden.
  • schwangere Frauen dürfen damit nicht in Kontakt kommen
  • Wasser zum Spülen bereit halten
  • Die Oxalsäurebehandlung darf nur 1 Mal pro Jahr durchgeführt werden

Alternativen zur Oxalsäurebehandlung als Winterbehandlung

Die Oxalsäure ist das wichtigste und hauptsächliche Instrument für die Winterbehandlung. Aber manche lehnen es auch ab, da es so giftig ist, was den Umgang damit recht gefährlich macht. auch kann es passieren, dass die Bienen brüten oder einfach die falsche Temperatur herrscht.

Die wichtigste Alternative ist die Milchsäurebehandlung, wobei auch sie nicht wirklich in die Brut kommt. Je nach Brutmenge muss auch über eine Brutentnahme zur Varroabehandlung nachgedacht werden. Letztlich befinden sich die meisten Varroamilben in der Brut. Sie zu entfernen, kann am Ende zur Entwicklung des Bienenvolkes beitragen. Denn die Unterbrechung der Varroa-Entwicklung bringt oft mehr als jede Bekämpfung mit Varroamitteln.

Manch einer setzt ja ohnehin auf sehr natürliche Massnahmen. Hier ist immer zu bedenken, dass die meisten Varroa-mittel auch den Bücherskorpion töten. Der kleine Freund könnte jedoch unseren Bienen bei der Bekämpfung behilflich sein.

Wenn es warm genug ist können Thymovar und Ameisensäure gute Gefährten im Kampf gegen die Milbe sein.

Hoffen wir das der warme Winter nicht für Probleme sondern für ein erfolgreiches Bienenjahr 2016 sorgt. Wir werden es wissen, wenn dann die Statistiken zu den Winterverlusten veröffentlicht werden.

Durchführen der OxalsäurebehandlungSpritze für Oxalsäurebehandlung

Bei der Durchführung wird die Lösung mit einer Spritze in die Wagengassen geträufelt. Etwa 6 ml pro Wabengasse. Ruhiges Arbeiten ist wichtig um die Wintertraube möglichst dicht zu halten.

  1. Temperatur prüfen (über 3 °C)
  2. Beute öffnen (ggf. vorher Rauchstoß hineingeben)
  3. Zentrale Wabe aus dem Brutnest ziehen und auf Brut überprüfen
  4. besetzte Wabengassen zählen und Behandlungsmenge errechnen
  5. vorgewärmte Oxalsäurelösung in die Spritze aufziehen
  6. Wenn Brutfrei, dann Wabe zurück hängen und die Bienen in den Wagengassen mit der Oxalsäure beträufeln
  7. Bei zwei Zargen auch in die obere Zarge Oxalsäue träufeln.
  8. Bienenvolk wieder gut verschließen

Oxalsäure-Behandlung in milden Wintern/ Wirksamkeit

Die Oxalsäure sollte bis spätestens 20.Dezember in der Brutfreien Zeit eingebraucht werden. Später ist es nicht zulässig, da dann das Risiko zu hoch ist, dass es in den Honig der ersten Schleuderung kommt.

2015 hat laut LAVES-Institut jedes dritte Volk im Dezember über Brut verfügt. Was eine Restentmilbung mit Oxalsäure erschwert. Durch warme Herbsttemperaturen war die Milbenbelastung dreimal so hoch wie 2014.

Besonders stark brütende Völker waren auch stark befallen. Es gibt dabei einen Zusammenhang zwischen Brutverhalten und dem Varroabefall und er Größe des Bienenvolkes.  Kleine und Stark befallene Bienenvölker brüten dabei im Herbst besonders Stark, was die Belastung weiter ansteigen lässt.

In den Studien der LAVES wurde trotz Restbrut behandelt. Der Behandlungserfolg war 90% bei der OS-Träufelmethode und 88% bei der Milchsäurebehandlung. OS-Sprühvariante 97% Behandlungserfolg. Der geringste Erfolg, war wenn die OS-Lösung ohne Zucker geträufelt wurde. Dann war der Behandlungserfolg aber immer noch bei 79%.

Der Wirkungsgrad der OS-Behandlung ist daher auch bei geringer Restbrut-Menge noch sehr gut. Tatsächlich scheinen sich nicht alle Milben in der Brut aufzuhalten, sondern es überwintern auch viele auf den Bienen.

Wichtig war bei der Behandlung in alle bienenbesetzten Wagengassen zu träufeln. Wurde dies nicht getan, sank der Behandlungserfolg signifikant.

Damit ist die Restentmilbung mit OS im Winter ausreichend erfolgreich, insofern die Varroabehandlung über das Jahr nicht vernachlässigt wurde.

Viel Erfolg wünscht Imkertpateimkerpate_sehr_klein


Quelle:

  • „Die Biene“ Ausgabe 11/2016  Varroabehandlung in milden Wintern.

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