Mullerbrett Erfahrungen Titel

Mullerbrett bzw. Varroacatch Erfahrungen. Was wir aus den Tests lernen können.

Meine ersten Mullerbrett Erfahrungen bzw. Varroacatch Erfahrungen habe ich im September gemacht. Kaum hatte ich vom Mullerbrett gelesen, habe ich mir eines Bestellt. Dumm nur dass die Bienensaison eigentlich zu Ende war. Einzig mein Septemberschwarm fiel aus der Reihe, was mir die Möglichkeit gab erste Mullerbrett Erfahrungen zu sammeln.

eigene Mullerbrett Erfahrungen

Ich packte das Mullerbrett auf eine besetzte Bienenbeute. Darauf kam eine Zarge mit meinem kleinen Bienenschwarm. Ich war voller Erwartungen ob und wie viele Milben ich damit fangen würde.

Dummerweise hatte ich mit meinem Aufbau am Ende wenig Erfolg. Der Schwarm hatte keine Milben. Selbst unter den toten Bienen war keine Milbe zu finden. Das heißt ich kann weitere eigene Mullerbrett Erfahrungen erst im nächsten Jahr sammeln.

Bericht und Meinungen zu Mullerbrett Erfahrungen

Mullerbrett, Varroacatch

Mullerbrett

Beim Lesen von „dieBiene“ (10/2016) stieß ich jetzt auf einen Artikel der sich mit der Wirksamkeit vom Mullerbrett auseinander setzte.  Der Artikel begann etwa in der Weise: „Es ist der Traum vieler Imker die  Varroa ohne Chemie im Griff zu haben.“ Im Anschluss lies er zumindest meine  Traumblase schnell wieder Platzen.

Viele chemiefreie Varroabekämpfungen werden aufgegriffen. Wie die Drehbeute, kleine Wabenzellen, Primorski Bienen, Killer-Faktor, Varro-Grill bzw. Varroacontroller und Pseudoskorpion.

In der Praxis wurde noch für keine dieser Massnahmen von den Bieneninstituten eine entscheidende Wirksamkeit bewiesen. Für das Mullerbrett wurde gar darauf Verwiesen, das es nur unter neuem Etikett wieder aufgetaucht ist.

Es fühlte sich schon etwas beschämend an diesen Satz zu lesen. Wie kann es sein, dass eine Sache die sich so gut und vielversprechend anhört, so unwirksam sein kann.

Früher hieß das Mullerbrett auch „Heinrichs Zwischenboden“

Varroa-Milbe, Varroa destruktor

Varroa-Destruktor (Quelle: USDA -ARS)

Es war 1990 als die Imker gespannt auf eine chemiefreie Varroabekämpfung Namens „Heinrichs Zwischenboden“ schauten. Die Herzen schlugen höher bei dem Gedanken, endlich dieses lästige Thema mit den Varroamilben im Griff zu haben.

Der Unterschied zwischen Heinrichs Zwischenboden und dem Mullerbrett bestand vor allem darin, dass es sich hier um zwei bienendichte Gitter und ein milbendichtes Gitter handelte. Beim Mullerbrett gibt es nur ein bienendichtes Gitter und ein milbendichtes Gitter.

Dieser Vorläufer vom Mullerbrett wurde gleich zweimal in der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim getestet. Beide Tests führten zu den gleichen Erfahrungen bzw. Ergebnissen. Das Konzept war nicht geeignet die Milben ohne Chemie in den Griff zu bekommen.

Auch damals schon bestand die Theorie das die Milben zu der offenen Brut wollen und sich daher fallen lassen. Am Ende sollen sie im Zwischenboden gefangen werden.

Eine Diplomarbeit hat am Ende bewiesen, dass die Milben im Volk nicht wirklich dezimiert wurden. Es wurden die Restmilben bestimmt indem auch die Milben auf den Honigbienen ausgewertet wurden. Denn entscheidend ist nicht der natürliche Totenfall sondern die wirklich verbleibenden Bienen im Bienenvolk.

Jetzt 20 Jahre Später gibt es das Mullerbrett und den Varroacatch. Laut Dr. Gerhard Liebig im Grunde einfach  Abwandlungen von „Heinrichs Zwischenboden“.  Im Artikel steht, die Erfolgsmeldungen dürften zum Nachbau und zum Kauf selbst des teueren VarroaCatch anregen. Och… Wie wahr….Ertappt…
mullerbrett_erfahrungen_varroacatch_erfahrungen

das Problem bei Mullerbrett und der Varroacatch

Die Erfahrungen von Dr. Gerhard Liebig zeigen, dass es nicht auf die Milben ankommt, die herunterfallen, sondern das es auf die Milben ankommt die im Bienenvolk verbleiben und sich weiter vermehren können.

Aber 584 Milben zu fangen muss doch irgend etwas bedeuten…Denkt man da fast unwillkürlich. Dr. Liebig verweist hier allerdings auf die Beobachtung, dass bei der Teilung vom Bienenvolk in einen Flugling mit Königin und ein Brutvolk ohne Königin, der natürliche Milbenfall oft schlagartig ansteigt. Dabei ist es unerheblich ob sich darunter offene Brut befindet, oder ob das Volk einfach auf einem Gitterboden mit eingeschobener Windel steht. Der „Duftkontakt“ spielt dabei keine Rolle.

Es wird vermutet, dass mit dem Abgang der Flugbienen sich die Bienentraube auflöst. Diese hat den natürlichen Milben(ab)fall behindert. Zudem entsteht der meiste Milbenfall wenn befallene Bienenbrut schlüpft. Dabei schlüpfen auch nicht vermehrungsfähige und nicht lebensfähige Milben.  Es sind oft diese Milben die man dann im Gemüll findet.

Das klingt irgendwie plausibel… Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das alles so einfach funktioniert.

Mullerbrett Erfahrungen. Lassen sich die Milben fallen?Varroa Entwicklung, Varroa-Milben Entwicklung

Nutzen die Milben die Bienen wirklich als Milbentaxi ? Lassen sich die Milben am Ende wirklich fallen um zur nächsten Brut zu kommen?  Lockt sie der Duft der offen Brut tatsächlich nach unten. Laut den Erfahrungen von Dr. Liebig kann dies nicht bestätigt werden.

Im Normalfall schlüpfen die Milben mit der Arbeitsbiene. Der Bienenentwicklung folgend, wird diese Biene bald zur Ammenbiene und versorgt daher Bienenbrut. Somit hat die Milbe jede Menge Gelegenheit sich in der Zelle mit der Bienenlarve fallen zu lassen.

Die Drohnenbrut muss für die Milben dabei nicht durch den Geruch anziehender sein. Den Tatsächlich wird die Brut der Drohnen ohnehin viel intensiver gepflegt, als die Brut der Arbeitsbienen. Was den Anstieg der Milben in der Drohnenbrut erklären kann.

Mehr zur Varroa-Entwicklung hier–> Varro-Entwicklung

 

Fazit zu den Mullerbrett Erfahrungen

Die Milben in der Falle sind nicht unbedingt das Resultat einer erfolgreichen Varroabekämpfung, sondern vor allem ein Resultat natürlichen Milbenfalls. Wobei die durch die Massnahme erzwungene Brutpause ggf. zur Gesundung des Bienenvolkes beiträgt. Das kann dann auch die Mullerbrett Erfahrungen erklären, welche zeigen das am Ende weniger Milben im Bienenvolk sind.

Lebende Milben lassen sich allerdings nicht ohne weiteres einfach Fallen, auch nicht durch den Geruch der offenen Brut, welche sich vor dem Verdeckeln befindet.

Wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast, schreib doch einen Kommentar…

 

Danke fürs lesen,

Beste Erfolge gegen die Varroa wünscht Imkerpate.imkerpate_sehr_klein

 


 

Quelle: „dieBiene“ Ausgabe 10/2016 Artikel „Varroa fangen im Bienenvolk“

Interessant ist sicher auch die Seite von Dr. Gerhard Liebig auf www.immelieb.de

 

geschrieben am 02.11.2016

 

2 Comments

  • Rainer

    Reply Reply Dezember 22, 2016

    Hallo lieber Imkerpate
    Sehr interessant und gut gemacht die Aufbereitung der Informationen. Danke. Ich imkere seit einem Jahr und neige zu Außenseitermethoden. Ich höre hier zum ersten mal, dass Dr. Liebig auch viele davon bereits als erfolglos getestet hat. Mein Optimismus ist jetzt auch gedämpft. Der Versuchsaufbau wäre aber interessant.

    Bei einer Beschreibung des Mullerbrettes (Quelle vergessen Demeterimker?)wird auch der Versuch beschrieben, durch ringförmige Anordnung von Drohnenmadenlockstoff (o.ä.) die Varroas aus der Mitte der Kreise zu locken und festzustellen, ob es eine Präferenz der Bewegung in den Ring mit Drohnenlockstoff gibt. Angeblich ja, was eine gewisse Wirksamkeit des Prinzips zeigen würde.

    Soweit ich es verstehe geht die Muttermilbe nach dem Schlüpfen bald wieder in die nächste Zelle, die es hier nicht gibt, die jungen Milben brauchen ein paar Tage auf der Biene bis sie zur Made wollen. Das wäre der Zeitpunkt auch für diese, sich mangels Maden in der Nähe sich evtl. fallen zu lassen.

    Mich würde interessiere, wie lange die Milben ohne Brut ausharren können, bzw. welche Lebenserwartung Milben im Sommer und Winter haben.

    Hier ein Link zur Adabtierung durch C. Schmid mit Erklärung und Bauanleitung (Kosten rd. 10 €)http://www.bienen-schmid.com/varroa-bekämpfung-mit-mullerbrett/

    Noch zu meinem ersten Bienenjahr (ohne Muller-Brett):
    Nachdem die Reinvasion der Milben nach den Behandlungen eine größere Rolle spielte, war der Kampf im eigenen Stock leider auch nur Stückwerk. Ich versuchte blockweisen Einsatz von Bienenwohl.
    Zu guter letzt wurden durch versehentliche Schwächung meines Urvolkes bei der Honigentnahme im Sommer zwei von 4 Stöcken im Oktober völlig ausgeraubt, trotz kleiner Fluglöcher, Einsatz von Rauch und Wasser.

    Frohe Festtage und guten Rutsch
    Gruß
    Rainer

  • Rainer v. Linden

    Reply Reply Dezember 22, 2016

    meinen Beitrag möchte ich um die Quelle zur Funktion des Mullerbrettes ergänzen Link https://www.bienenschmid.at/app/download/9957542093/Meine+Erfahrung+mit+dem+Muller%E2%80%93Brett.pdf?t=1453195194

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