Honigernte wann? Wann ist der richtige Zeitpunkt

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Honigernte? Grundsätzlich ist die Honigsaison von Mai bis August. Nur einige Trachten fallen noch in den September. In den meisten Gegenden ist es mit dem Honig schleudern auch schon im Juli vorbei.

Um den Zeitraum im Jahr grob eingrenzen zu können, müssen wir uns mit den Zeitpunkten der wesentlichen Trachten beschäftigen. Und die sind abhängig von der Gegend in der Du lebst. Hier meine Tipps für den richtigen Zeitpunkt zur Honig-Ernte bzw. zum Schleudern der Waben.

Wichtige Trachten und wo sie vorkommen

Die erste große Tracht im Jahr ist die Obstblüte, kurz gefolgt vom Löwenzahn. Zu dieser Zeit sind die Waben schnell gefüllt. Wohnt der Imker wo sowohl viele Obstbäume wachsen, oder wo es viele Wiesen mit Löwenzahn gibt, dann beginnt sein Zeitraum für die erste Honigernte Anfang Mai. Schleudern wird der Imker also frühestens Anfang Mai. Tendenziell ist der Termin zum Schleudern vom Honig aber eher Ende des Monats.

Zu den späten Trachten im Jahr zählt die Waldtracht und die Sommertracht auf den Wiesen. Wenn deine Bienen also in einem solchen Gebiet sammeln können, dann gibt es auch Anfang August noch etwas aus den Honigwaben zu schleudern. Wobei ich Dir empfehlen würde Anfang August abzuschleudern, damit die Varroabehandlung nicht zu spät einsetzt.

Von der Tendenz her kann der Imker im Süden Deutschlands länger erntet, dafür geht es im Norden mit seinen Obstplantagen oft etwas früher los.

Honigernte wann, verdeckelte Wabe


Honigernte wann genau ?

Der beste Zeitpunkt den Honig zu schleudern, ist genau dann wenn eine große Tracht vorbei ist. Wenn Du siehst dass die Obstbäume verblüht sind, dann weißt Du als Imker das Du ans Schleudern denken kannst.

Prüfe die Waben, wie weit die Bienen sie verdeckelt haben, denn sie benötigen oft noch ein paar Tage um dem Nektar das Wasser zu entziehen. Erst wenn die Arbeitsbienen den Nektar zu Honig verarbeitet haben, kannst Du ernten. Wenn nicht hänge sie zurück in die Beute.

Erntest Du den Honig zu früh, dann enthält er zu viel Wasser und kann gären. Dann kannst Du ihn nur noch als Backhonig verkaufen. Optimalerweise liegt der Wassergehalt unter 18 Prozent.

Die einfachste Methode festzustellen ob die Honigwaben reif sind, ist es hier den Bienen zu vertrauen. Sind die Honigwaben zu mindestens zwei Dritteln verdeckelt, dann ist der Honig normalerweise reif. Wenn du dir nicht sicher bist, dann kannst du noch die Spritzprobe machen. Dabei hältst Du die Wabe wagerecht über eine Platte und stößt kurz und ruckartig darauf. Spritzt der Honig aus der Honigwabe heraus, ist er noch nicht reif.


RefraktrometerWassergehalt vom Honig prüfen

Die professionelle Variante den Honig zu prüfen, ist mit einem Refraktrometer, bei dem du den Wassergehalt genau bestimmen kannst. Der geübte Imker sieht es dem Honig aber auch so an. Wenn der Honig beim laufen in den Eimer kleine Türmchen bildet, dann stimmt der Wassergehalt.

Der Wassergehalt ist übrigens sehr wichtig, wenn du deinen Honig im DIB-Glas verkaufen möchtest. Dann musst Du dich an die Vorschriften zum Wassergehalt halten. Im Neutralglas nach der Honigverordnung ist die Grenze etwas höher.


Honigernte wann bei Waldtracht und Sommertracht

Im Sommer ist es nicht mehr so einfach, das den Zeitpunkt zum Schleudern anhand der Blüten zu erkennen. Da jetzt auch Honigtau in die Waben eingetragen wird. Ich halte mich hier an einen vier-wochen Rhythmus nach der ersten Ernte. Ich schleudere den Honig also etwa alle vier Wochen nach der Frühjahrstracht. Da sich die Vegetation meist gleichmäßig entwickelt sobald es im Frühjahr los geht. Außerdem braucht der Honig in den Waben auch eine gewisse Zeit zum reifen, bis Du ihn schleudern kannst.


Das Wetter und die Honigernte

Das Wetter kann uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Wenn es nämlich ein paar Tage regnet, kann der reife Honig oft nicht abgeschleudert werden. Das liegt daran, dass die Bienen bei Regen und Wind von ihren Honigwaben naschen und wenn es dann wieder schön ist, in die entstandenen Lücken frischen Nektar einlagern. Durch den frischen Nektar steigt der Wassergehalt in den Waben jedoch schnell wieder enorm an. Denn Nektar hat einen Wassergehalt von um die 75-80 Prozent. Erst die Bienen sorgen dafür das er in den Honigwaben auf unter 18 Prozent Restfeuchte gebracht wird. Dann kannst du ihn schleudern.


Wann darf man nicht ernten

Du darfst nicht ernten, wenn du deine Bienen im selben Jahr bereits gegen de Varroa behandelt hast. Insbesondere bei Medikamenten.

Nicht empfehlenswert ist auch eine Ernte bei schlechtem Wetter oder gar Regenwetter. Der Honig zieht Feuchtigkeit an. Das steigert den Wassergehalt zusätzlich. Außerdem nimmst Du den Bienen mit den Honig-Waben auch ihre Vorräte. Hält das schlechte Wetter an, könnten sie hunger leiden und die Bienenkönigin stellt das Eier legen ein.


Honigernte wann Uhrzeit

Die beste Uhrzeit zum Schleudern vom Honig ist morgens.Weil die Bienen dann über Nacht zeit hatten, den Honig zu trocknen. Erntest Du später am Tag, befindet sich in den Waben ggf. bereits wieder frischer Nektar, der den Wassergehalt anhebt.

 

Viel Erfolg beim Bestimmen des Zeitpunktes zur Honigernte, wünscht dein online Imkerpate

 

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